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Die Wechseljahre haben auch ihre guten Seiten

Der Treffpunkt F organisierte einen unterhaltsamen Vortrag, der Frauen die Angst vor der Menopause nahm. Mit viel Humor und ebenso vielen lebenspraktischen Tipps spickte Christina Tabbert-Trebing ihren Vortrag über die Wechseljahre.Viele Frauen waren der Einladung des Treffpunkt F gefolgt, um Christina Tabbert-Trebing zum Thema Wechseljahre sprechen zu hören. Die 53-Jährige berät und begleitet professionell Frauen in der Lebensmitte.

Mit viel Humor und lebenspraktischen Tipps spickte Christina Tabbert-Trebing, die sich selbst als "nicht mehr am einen Ufer, aber auch noch nicht am anderen angekommen" outete, ihren mit einem eindeutig psychosozialen Schwerpunkt versehenen Vortrag. "Um die 40 merken es die meisten", erklärte sie rundheraus, und setzte die Zeitspanne, bis das neue innere Gleichgewicht erreicht sei, auf sieben Jahre vor und nach der Menopause an. Die Referentin verglich die Wechseljahre als Zeit des Übergangs durchaus mit der Pubertät und benutzte daneben den Vergleich mit dem gerade auch in St. Blasien herrschenden wunderbaren Altweibersommer, der aber zugleich unweigerlich deutlich mache: Es wird Herbst.

Die Wechseljahre haben viel mit Abschied zu tun, erläuterte Tabbert-Trebing. Sie fallen meist in die Zeit, in der die Kinder flügge werden, aber auch in der man die Eltern verliert und dadurch sich der eigenen Endlichkeit bewusst wird. Zeit wird dadurch als kostbarer erfahren, diese unterschiedlichen Abschiede machen aber auch durchaus Trauerarbeit nötig, verursachen Melancholie oder depressive Verstimmungen. Oft sind die Wechseljahre zudem gekennzeichnet von einer Partnerschaftskrise. "Es dauert immer eine Weile, bis die neuen Gegebenheiten als Chance begriffen werden", weiß Christina Tabbert-Trebing, aber zugleich machte sie den Frauen Mut, diese Chance zu nutzen, und vor allem ermunterte sie die Anwesenden dazu, mit Freundinnen darüber zu sprechen und sich gegenseitig zu stützen.

Schleichende Probleme ergeben sich durch die Veränderungen im Kräftehaushalt, ebenso durch Befindlichkeitsstörungen, etwa trockene Haut einschließlich der Schleimhäute – dagegen ist Bewegung hilfreich – und dünner werdende Haare. "Sechs bis acht Kilo zuzunehmen ist absolut normal", beruhigte die Rednerin die Zuhörerinnen, schließlich verlangsame sich der Stoffwechsel. Sie nahm es gelassen mit den Worten "früher hatte ich einen flachen Bauch und einen runden Po, jetzt habe ich einen runden Bauch und einen flachen Po, früher trug ich die Bluse im Hosenbund, jetzt trage ich sie drüber, wo ist das Problem?" Bloß keine Diäten machen, riet sie, Vitamine, Spurenelemente, alle Inhaltsstoffe der Nahrung würden dringend gebraucht.

Auch Stimmungsschwankungen konnte sie Positives abgewinnen, durch den stärkeren Einfluss männlicher Hormone und die dadurch eventuell entstehende Reizbarkeit würden viele Frauen erst in den Wechseljahren verstärkt ihre Bedürfnisse anmelden, endlich einmal Grenzen setzen. Selbst Antriebslosigkeit sei kein Problem, solange man wisse, was die eigenen Batterien zu füllen imstande sei. Bei Schlaflosigkeit helfe die Schaffung eines Rituals, das den Kopf wieder frei mache – Hygiene des Nervensystems sei das Zauberwort. Und, so die beruhigende Botschaft, irgendwann sei man dann durch und habe eine neue Lebensstufe erreicht. Sie selbst habe in dieser Zeit ihren Job gewechselt, einen neuen Mann kennen gelernt und führe ein spannendes, selbstbestimmtes Leben.

Christina Tabbert-Trebing endete mit dem Hinweis auf Kulturen, in denen ältere Frauen als weise gelten.

Erschienen in der Badischen Zeitung vom 2. Oktober 2010

 

Portrait – Die zweite Lebenshälfte

 

Name: Christina Tabbert-Trebing

Alter: 54 Jahre

Kurzvorstellung: In Sachsen-Anhalt geboren aufgewachsen, gelernte Erzieherin, in Behinderteneinrichtungen gearbeitet. 1992 nach Hessen gezogen. Zwei erwachsene Kinder. Vor 7 Jahren Weiterbildung zur Wechseljahreberaterin. Seitdem als Seminarleiterin und Referentin zu Frauenthemen mit 7 Vorträgen in Deutschlands Kirchengemeinden unterwegs.

 

Ihr Lebensmotto: Wenn jetzt nicht, wann dann? Dankbarkeit als Motor für das Leben!

 

Ihr Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?

 

Ich bin in meinem Altweibersommer angekommen und freue mich auf die Herbststürme und den goldenen Oktober.

In der zweiten Lebenshälfte geschieht viel in der ganzen Spanne zwischen Abschied und Neubeginn. Was bedeutet Älterwerden für Sie? Verändert sich etwas? Wie gehen Sie damit um?

 

Das Leben verändert sich auf geistiger, körperlicher und seelischer Ebene.

Ich lasse die Trauer, die diese vielen Abschiede mit sich bringen zu. Denn vor jedem Neubeginn kommt der Trauerprozess.

Umso mehr freue ich mich, wenn ich entdecke, dass sich neue Aspekte in mein Leben integrieren, von denen ich nichts wusste und ahnte. Ich appelliere an meine Frauen, dass wir zusammen halten und uns gegenseitig unterstützen auf diesem Weg der Reife. Gemeinsam können wir die Angst vor dem Unbekannten besser überwinden.

Haben Sie ein Vorbild für Ihr Älterwerden?

 

Mein großes Vorbild ist Margot Käßmann. Lustiger Weise werde ich oft bei meinen Reisen angesprochen, dass ich eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr hätte.

Sie beraten und begleiten Frauen in den Wechseljahren. Welche Themen sind den Frauen am wichtigsten? Was fällt Ihnen auf?

 

Die Frauen haben meist Angst, nicht gut genug zu sein, mit all Ihren Veränderungen. Sie glauben oft, dass das Alter nur mit negativen Aspekten besetzt ist. Oft können oder wollen die Frauen nicht loslassen, was für sie bisher wichtig und richtig war.

Sie haben vor nicht allzu langer Zeit geheiratet. Wie empfinden sie Ihre Partnerschaft/ ist etwas anders als früher?

 

Ich glaube, wenn man/frau sich in den späteren Jahren findet, hat das eine andere Qualität. Jeder hat schon Narben auf seiner Seele und wir wollen gemeinsam alt werden. Vertrauen, gegenseitige Achtung und gemeinsame Interessen sind Voraussetzung. Durch unsere Reife sind wir selbstbewusster und vielleicht auch anspruchsvoller geworden. Freiräume sind auch in meiner Ehe ganz wichtig. Wenn ich zu meinen Frauen in die Gemeinden fahre, habe ich wunderbare Gesprächspartnerinnen und freue mich dann, wenn ich wieder nach Hause zu meinem Mann komme.

 

Welche Rolle spielt Glaube/ Religion/ Spiritualität für Sie?

 

Der Glaube an Gott ist sehr wichtig in meinem Leben. Ich rede und bete zu Gott, wie zu einem guten Freund. Jeden Abend danke ich ihm, dass er mich bis hier her begleitet hat und bewahrt. Diesen Glauben lebe ich auch kreativ aus, indem ich mit meinem Mann in einem Gottesdienst-Team jeden Monat mindestens einen Kreativ-Gottesdienst gestalte.

Welchen Traum möchten Sie wahr werden lassen?

 

Ich möchte am Ende meines Lebens sagen können: „Ja, du hast Spuren hinterlassen.“ Ich möchte in den Spiegel sehen können und mich so annehmen können, wie ich bin, mit all meinen Stärken und Schwächen. Daran arbeite ich.

 
Für was ist es nie zu spät?

 

Zu reifen und anderen Menschen die Hand zu geben, um für sie da zu sein.

 

Was ist Ihnen sonst noch wichtig/ hätte ich Sie unbedingt fragen sollen?

 

Dass Frauen, (auch ich) immer mehr begreifen, wie großartig Gott uns gemacht hat und dass wir darauf stolz sein können, auch wenn wir keine Modelmaße haben. Genießt jeden Tag, als wenn es der Letzte wäre. Leben ist einfach schön!

 

Aus dem Blog von Pfarrerin Zander, Bad Orb

 

 



Am wichtigsten ist die beste Freundin

„Männer werden nie so fühlen wie Frauen. Es ist so und vergeudet keine Kraft damit, dies zu ändern.“ Mit diesem Appell hat Christina Tabbert-Trebing rund 30 Frauen aller Altersgruppen mit Witz, Humor und doch einem Hauch von Ernsthaftigkeit beim Frauenfrühstück in der Evangelischen Paul-Gerhardt-Geneinde über Unterschiede der Geschlechter informiert. Auch Frauen aus anderen Gemeinden waren dem offenen Angebot gefolgt. Die gelernte Erzieherin, die nun nach einer entsprechenden Fortbildung als Wechseljahreberaterin vor allem bei Veranstaltungen der Kirchen Vorträge hält, schildert unter dem Motto „Männer sind anders, Frauen auch“ physiologische, kommunikative und emotionale Unterschiede von Männern und Frauen und belegte sie mit vielen praktischen Beispielen.“
(Aus einem Artikel im Darmstädter Echo)

Christina Tabbert-Trebing mit dem Frauenfrühstücksteam